Elternzeit

Ein Modellvorschlag der EKFF für die Schweiz - Neue Kostenberechnung

Die Eidgenössische Kommission für Familienfragen (EKFF) fordert seit 2010 die Einführung einer Elternzeit in der Schweiz. 2018 hat sie die Forderungen mittels einer Analyse der Literatur von Ländern mit Elternzeit erhärtet. Um dem aktuellsten Stand der Forschungen zu entsprechen, hat die EKFF deshalb ihr Modell leicht modifiziert. 2021 hat sie auch die dazu notwendigen Investitionen berechnen lassen.

Um einen grösstmöglichen Nutzen für die Gesundheit aller Familienmitglieder, für die Gleichstellung der Geschlechter, für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie für die Bildungsrendite der Mütter zu ziehen, schlug die EKFF 2010 und 2018 zusätzlich zu 14 Wochen Mutterschaftsurlaub 24 Wochen Elternzeit vor. Seit dem 1. Januar 2021 haben die Väter Anspruch auf 2 Wochen Vaterschaftsurlaub. Die Kommission schlägt vor, von den verbleibenden 22 Wochen sechs Wochen für den Vater zu reservieren. Die restlichen 16 Wochen können die Eltern frei unter sich aufteilen.

Die Kosten dieses EKFF-Modells variieren je nach Aufteilung der Wochen auf Mutter oder Vater beträchtlich, denn ein durchschnittlicher Bezugstag der Mutter kostet 127, ein Bezugstag des Vaters 161 Franken. Bei einer Übertragung der Bezugsdauer und Bezugsquote von Ländern mit Elternzeitmodellen, die mit demjenigen der EKFF vergleichbar sind, nähmen Mütter 15 der 16 maximal verfügbaren Wochen und Väter knapp 5 der für sie reservierten Wochen in Anspruch. Damit würden die Kosten für diese zusätzlichen Wochen für unser Land bei 1,3 Milliarden Franken pro Jahr liegen, was 15'000 Franken pro neugeborenes Kind entspricht.

Für eine noch paritätischere Aufteilung der Wochen plädieren im Jahr 2020 die Autoren des EKFF Policy Brief Nr. 3 Elternzeit – eine notwendige und lohnende Investition.

Elternzeit ist ein international vielerprobtes Erfolgsmodell als wichtiges zeitliches Entlastungsmodell zur Unterstützung von Familien mit kleinen Kindern. Will die Schweiz international mithalten und dem Fachkräftemangel entgegenwirken, dann muss sie in eine moderne Familienpolitik investieren. Frauen und Männer wollen sowohl im Beruf als auch in der Familie und im Haushalt gleichberechtigt Verantwortung übernehmen.

Die Publikationen können kostenlos beim Bundesamt für Bauten und Logistik bestellt werden (Bestell-Nr. 318.858.3d [2018]; 301.610d [2010]).